Samstag, 15. September 2018

Tag 17

408h  ...  "Als Allerletztes ist da etwas, das ich dir versprechen kann: dass ich dich nie vergessen werde und auch nie vergessen hab." Julia Engelmann
Langsam aber sicher kommt die Verzweiflung, die Trauer, die Wut, die Hoffnungslosigkeit, das Vermissen, der Schmerz und die Tränen.
Aber ich versuche immer noch nicht zu fallen. Die Tränen und all die Gefühle zu verdrängen. Mir einzureden, dass sie nicht weg ist, nur auf Mäusejagd und in den nächsten Minuten vor'm Fenster wartet. Aber es ist nicht so.
Zu gerne würde ich mich betrinken. Aber Alkohol zu kaufen traue ich mich nicht. Aus Angst man könnte mir ansehen wie verzweifelt und armselig ich bin. Also gibt es nur die Klinge, die Abhilfe verschafft. Narbe um Narbe kommt hinzu. Wie gern würde ich an den Armen weiter machen, wie viele Stunden habe ich in den letzten Tagen damit verbracht Pläne zu schmieden wie ich die Wunden verstecken könnte. Aber es steht zu viel auf dem Spiel. Daher doch nur am restlichen Körper, den ich verabscheue wie Dreck.
Es wird immer und immer schwerer und die Maske beginnt zu bröckeln. Trotz allem halte ich sie aufrecht, denn ich weiß nicht ob ich es überleben würde sie fallen zu lassen.

Die letzten beiden freien Tage habe ich verschlafen. Beinahe vollständig. Heute habe ich gebacken. Zwei Kuchen. Was auch immer ich damit mache, den einen habe ich zum Teil gegessen, den Rest eingefroren, der andere steht unberührt im Ofen. Hab überlegt den morgen mit in den Verein zu nehmen, aber ich denke nicht das er schmeckt weshalb ich mich wahrscheinlich nicht traue.
Morgen erster Kurstag.
Ich bin halbwegs vorbereitet. Und ich hab Angst. Große Angst. Aber ich schaff das schon. Irgenwie.
Ein grober Plan was ich mit den beiden Gruppen machen werde steht. Ich muss es nur noch schaffen dort PÜNKTLICH aufzutauchen und es nicht vor Nervosität zu verkacken.

Die restliche Welt da draußen überfordert mich komplett.
Menschliche Begegnungen machen mir so viel Angst. Es wird von Tag zu Tag schwerer die Wohnung zu verlassen. Beinahe jede Begegnung ist wie Folter. Ich beginne zu zittern und zu schwitzen und würde am liebsten fliehen, oder im Erdboden versinken.

 Ich wünsche jedem der das hier liest, von ganzem Herzen alles Liebe <3

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