Freitag, 26. Oktober 2018

Der Tag hat so gut begonnen, dass ich darüber nachgedacht habe meine Pläne aus dem letzten Post nochmal zu überdenken.
Aber dann ist alles wieder gekippt und ich bin gerade so weit am Boden, das ich es gar nicht abwarten kann nicht mehr hier zu sein.

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Aufgeben

Ich hab heute darüber nachgedacht aufzugeben.
Und zwar ohne mein Leben zu beenden.

Therapie gestern war so schwierig und hat mir mal wieder klar gemacht, was ich für eine Zeitverschwendung bin.

Ich bin das Problem.

Ich liebe das Leben. Jedes Blümchen, jeden Baum, jedes Tier, jeden Regentropfen, jede Schneeflocke, jeden Sonnenstrahl, jede Nebelschwade und jeden Stein und Fels. Ich liebe die Berge, und Seen. Ich liebe unsere Erde.

Aber ich hasse mich. Ich hasse mich und was ich aus mir und meinem Leben gemacht habe. Das will ich nicht mehr.
Ich würde so gerne gehen. Aber das kann ich nicht. Weil sie sich gerade hochkämpft. So sehr. Würde ich jetzt gehen, würde sie mit gehen und die letzten 2,5 Wochen wären umsonst gewesen. Außerdem habe ich die Verantwortung für ihren Hund.
Deshalb gebe ich nicht mein Leben auf. Was ich mir gerade so sehr wünsche, sondern nur mich.
Ich gebe mich auf.
Ich werde die Therapie abbrechen und den Platz für jemanden frei machen der die Hilfe auch tatsächlich annhemen und nützen kann.
Ich werde aufhören darum zu kämpfen gesund zu werden, denn das scheint mir nicht möglich.
Aber ich werde bleiben. Ich werde tun was man von mir verlangt. Ich werde mich um die Hunde kümmern, ich werde zur Arbeit gehen und die bestmöglich machen, ich werde das Hundetraining abhalten, ich werde alles tun was von mir verlangt wird. Aber mehr nicht.
Dafür wird die Kraft noch reichen. Für die anderen.
Solange bis der Moment kommt wo keiner mehr auf mich angewiesen sein wird und ich gehen kann.
Mich wird es in dieser Form bis dahin nicht mehr geben.
Ich werde nicht mehr versuchen mir irgendetwas aufzubauen, mein Studium abzuschließen noch sonst irgendwas.

So sehr wollte ich die letzten Tage weinen, es ging nicht. Noch nicht einmal als ich stockbesoffen war und mir die Seele aus dem Leib gekotzt hatte. Dabei klappt Alkohol und Musik eigentlich immer um weinen zu können.
Heute hocke ich den ganzen Tag hier und kämpfe mit den Tränen. Doch jetzt brauche ich sie nicht mehr.
Ich schlafe heute die 3te Nacht auf dem Boden. Ein Bett verdiene ich nicht. Ich werde in Zukunft immer auf dem Boden schlafen.
Ich esse, sehr viel sogar, denn dünn sein nützt mir nun nicht mehr. Es geht nicht mehr darum etwas zu erreichen was ich gerne möchte. Es geht darum mich für andere aufzugeben, und die wollen, dass ich esse.
Ich will nicht mehr, dass sich jemand Sorgen um mich macht, deshalb werde ich versuchen Abstand zu halten und alles etwas besser zu überspielen.
Ich werde versuchen mich so sehr zurückzuziehen, dass es dann gar nicht mehr auffällt wenn ich nicht mehr da bin.
Ich will möglichst früh damit anfangen dafür alles vorzubereiten. Dinge, die andere gebrauchen können verschenken, etc.
Meiner Therapeutin werde ich eine Mail schicken und den nächsten Termin absagen.
Ich hoffe sehr ich bekomm wenigstens das noch alles hin.

Dienstag, 23. Oktober 2018

am betäuben

Halbe Flasche Pflaumenwein, etwas Limoncino, 400mg Ibuprofen und die 15mg Mirtazapin hab ich jetzt in mir. Mehr noch nicht. Ich hab gesucht und gesucht aber alle anderen Medis hab ich schon in ähnlichen Situationen "aufgebraucht" oder missbraucht. Wie auch immer man das hier nennen will. Mir geht's natürlich noch gut, mir ist nur schlecht, aber das liegt grundsätzlich am Alkohol. Der Geschmack oder Geruch allein von Alkohol reicht schon um Übelkeit in mir zu erregen.

Mein Bett, mein Handy und ich sind voll mit Limoncino. Klebrig und eklig. Fängt schon gut an, wenn ich das volle Glas verschütte BEVOR ich überhaupt betrunken bin.

Ganz langsam merke ich den Alkohol. Es nervt mich wahnsinnig, dass ich keine Pillen mehr hier hab, dann würde das alles etwas schneller gehen.
Ich hoffe ich kann dann wenigstens noch kotzen irgendwann um nicht die volle Kalorienzahl in mir zubehalten.
Vor allem auch scheiße wenn man den ganzen Alk verschüttet, der halbe Badezimmerboden ist voll mit Pflaumenwein.
Ich hab mich hierhin verzogen mit der Flasche, der Schachtel Zigaretten die ich vorhin auf der Straße gefunden habe und meiner Klinge. Damit die Hunde nicht so viel mitkriegen, die sind da so feinfühlig. Hab wegen denen auch ein schlechtes Gewissen, aber ich kann einfach nicht mehr.

Ich hab keine Ahnung mehr um wieviel Uhr ich diesen Post angefangen hab zu schreiben.
Die Flasche und ich tauschen. Sie wird immer leerer (so wie die Packung Zigaretten), ich immer voller. Die Schnitte immer mehr, alles ist voller Blut, aber all das reicht nicht. Tippen wird immer schwerer. Ich schreibe nebenbei mit meiner kleinen Sis. Hab ein schlechtes Gewissen, will sie nicht auch runterziehen, aber das wird überschattet vom Alkohol.
Ich werde nie verstehen wie man sich jedes Wochenende betrinken kann. Alkohol ist so eklhaft.
Alki werde ich nie werden, das weiß ich. Aber es hilft, ein klein wenig.
Ich hab mir den Abend anders vorgestellt.
Trinken, schneiden, kotzen.
Statt dessen, trinke ich, schneide ich, aber kotze nicht.
Ich hoffe das kommt noch.
Ich hasse dieses Leben, mein Leben. Also eigentlich nur mich.
Ich hab heute sogar einen Kollegen angerufen. Ich. Telefoniert!
Wir gehen mal wandern diese Woche. Mit noch jemandem den ich nicht kenne. Läuft. Bevor ich betrunken war hab ich schon Panik geschoben deswegen. Jetzt ist es mir egal.
Also das mit dieser "Selbstfürsorge" habe ich versucht. Hilft nicht besonders wie man sieht.
Langsam wird alles richtig schwer.
Ich weiß nicht ob ich es schon geschrieben habe, aber ich werde heute auf dem Boden bei den Hunden schlafen. Erstens weil ich es nicht verdiene in einem Bett zu schlafen, zweitens weil ich das Bettlaken abgezogen hab, und alles voller Alk ist.

Lange halte ich nicht mehr durch. Bitte, bitte darf ich davor noch kotzen, und den morgigen Tag irgendwie überstehen.
Den Abend hab ich mir anders vorgestellt, ich dachte ich würde mich besaufen, schneiden, rauchen, WEINEN, und dann halb bewusstlos umfallen, aber weinen geht nicht, Echt nicht. Dabei wär das so erleichternd.

Okay es recht, ich kann meinen Kopf kaum mehr halten. Gekotzt hab ich immer noch nicht, aber werd mich dann zu den Hunden legen. Mehr geht nicht. fuck it all.

Alles liebe an euch da draußen :*

Montag, 22. Oktober 2018

So viel passiert

Vor guten 3 Wochen hab ich das letzte Mal hier geschrieben. in der Zwischenzeit ist unglaublich viel passiert.
Vielleicht zuviel für mich.

Am liebsten würde ich hier alles im kleinsten Detail aufschreiben. Aber das ist mir viel zu anstrengend.

Mehrmals wurde ich gefragt wie ich das alles mache, wie ich es schaffe auszuhalten und so stark zu sein. Aber das stimmt nicht. Ich bin weder stark noch halte ich aus. Ich funktioniere einfach. Das ist alles. Das alles bin nicht mehr ich. Ich. Funktioniere. Mehr. Nicht.
Die selben Personen sagen mir auch immer wieder, dass es mir nicht gut geht. Das ich auf mich aufpassen soll, dass ich mich um mich auch kümmern muss. Das sie für mich da sind.
Und ja, das stimmt. Mir gehts nicht gut. Aber was soll ich machen. Ich kann nicht fallen. Ich DARF nicht fallen. Das wäre das Ende von zu Vielem.

Eine Arbeitskollegin und mittlerweile sehr, sehr gute Freundin habe ich vor mehr als 2 Wochen in die Notaufnahme begleitet, nachdem sie mir gestanden hat sie wolle sich das Leben nehmen. (Längere Vorgeschichte, die ich weg lasse um mich nicht strafbar zu machen. Bzw. das hab ich natürlich schon, aber solange keiner ausplaudert kann nichts passieren). Nach über einer Woche geschlossene Station ist sie nun seit einer Woche auf der offenen. Ich hab ihren Hund bei mir in der Zeit in der sie in der Klinik ist.
Der Hund ist wundervoll, wirklich! Aber es ist so unglaublich anstrengend mit allen beiden Hunden.
Beide vollständig auszulasten kostet unglaublich viel Kraft und Anstrengend.
Ich versuche diese Freundin so oft als möglich zu besuchen. Das tut einerseits gut, ist andererseits aber manchmal auch wirklich schwierig. Ich hab etwas Angst davor sie noch weiter runter zu ziehen, weil ich doch selbst so negativ eingestellt bin.
Wir werden auch zusammen in eine WG ziehen. Sie kündigt ihre Wohnung, ich lasse meinen Mietvretrag auslaufen und in der Zeit suchen wir uns eben eine neue gemeinsame Wohnung.
Ich hab mir ja schon oft gewünscht mit einer Freundin eine WG zu gründen. Ich wollte nur nie wieder mit fremden Menschen zusammen wohnen.
Aber ganz ehrlich. Ich hab mega Schiss davor.
Ich hab Angst dann wieder fett zu werden, Angst davor das es mir doch zu viel Nähe ist, das sie anfängt mich zu hassen, das wir uns nur noch gegenseitig nerven und ohne Ende streiten. Und noch vieles mehr.
Auch wenn es nicht so klingt, freue ich mich wirklich darauf. Aber es ist eben so ein.....keine Ahnung. Ich habe einfach Angst vor der Veränderung. Furchtbare Angst. Eher schon Panik.
Es stresst mich so sehr. SO SEHR.

Das schlimmste ist, das ich sie in gewisser Weise sogar  etwas beneide.
Nein nicht ihre Lage. Auf keinen Fall. Ich hätte das, was sie alles erlebt hat nie und nimmer überlebt. Ich bewundere sie wirklich sehr. Sie ist so undenkbar stark.
Aber ich beneide sie um die Klinik, um die Medikamente.
Einfach darum, dass sie die Möglichkeit hat Bedarfsmedikation zu holen um ihren Kopf etwas zu erleichtern. Eine blöde Aktion und sie würde auf die Geschlossene kommen und zugedröhnt.
Genau das hätte ich auch gern. Jetzt.
Den ich kann nicht mehr aushalten. Es tut weh. Alles. So weh.
Ich betäube mich in letzter Zeit mit Nahrung. Schokolade, Süßkram in rauen Mengen jeden Abend.
Aber das hilft nicht mehr. Nichts hilft mehr.
Ich will mir die Arme aufschlitzen. Völlig zerschneiden. ich will Tabletten einwerfen und ich will mich betrinken. Genau das überlege ich schon den ganzen Abend, aber ich bin zu feig. Meine Sorge ist, dass ich morgen nicht fähig bin mit den Hunden zu gehen und danach zur Therapie.
Aber da will ich sowieso nicht hin. Meine Therapeutin hat mich extra diese Woche noch dazwischen geschoben, weil sie denkt es sei derzeit nötig. Zwei Wochen seien gerade ein zu langer Abstand. Und sie hat recht. Ich bin ihr dankbar für den Termin. Aber ich habe NICHTS von dem was wir abgemacht haben gemacht und dafür schäme ich mich.

Ich weiß wie pervers das ist, aber ich wünschte wirklich ich wäre krank genug um auch in die Klinik gehen zu können.
Wobei ich davor, jetzt wo ich weiß wie es dort ist, schon fast genauso viel Angst habe wie vor meinem Leben.

Warum darf ich den nicht endlich sterben?
Ich liebe diesen Planeten, jedes Blümchen und jeden Schmetterling. Ich freu mich über die bunten Farben und liebe die Gesänge der Vögel. Es gibt so viel Schönes, man muss nur die Augen öffnen. Und ich würde gerne noch mehr davon entdecken.
Aber nicht unter diesen Umständen und diesem Schmerz in mir.

Ich werde mich nun doch betrinken.
Und versuchen aufzuschreiben was ich meiner Therapeutin morgen erzähle. Bestenfalls bevor ich betrunken bin. Falls ich das überhaupt hinbekomme.
Wenn ja, folgen bestimmt noc mehrere Posts. Wenn nein, gute Nacht an alle.