Montag, 22. Oktober 2018

So viel passiert

Vor guten 3 Wochen hab ich das letzte Mal hier geschrieben. in der Zwischenzeit ist unglaublich viel passiert.
Vielleicht zuviel für mich.

Am liebsten würde ich hier alles im kleinsten Detail aufschreiben. Aber das ist mir viel zu anstrengend.

Mehrmals wurde ich gefragt wie ich das alles mache, wie ich es schaffe auszuhalten und so stark zu sein. Aber das stimmt nicht. Ich bin weder stark noch halte ich aus. Ich funktioniere einfach. Das ist alles. Das alles bin nicht mehr ich. Ich. Funktioniere. Mehr. Nicht.
Die selben Personen sagen mir auch immer wieder, dass es mir nicht gut geht. Das ich auf mich aufpassen soll, dass ich mich um mich auch kümmern muss. Das sie für mich da sind.
Und ja, das stimmt. Mir gehts nicht gut. Aber was soll ich machen. Ich kann nicht fallen. Ich DARF nicht fallen. Das wäre das Ende von zu Vielem.

Eine Arbeitskollegin und mittlerweile sehr, sehr gute Freundin habe ich vor mehr als 2 Wochen in die Notaufnahme begleitet, nachdem sie mir gestanden hat sie wolle sich das Leben nehmen. (Längere Vorgeschichte, die ich weg lasse um mich nicht strafbar zu machen. Bzw. das hab ich natürlich schon, aber solange keiner ausplaudert kann nichts passieren). Nach über einer Woche geschlossene Station ist sie nun seit einer Woche auf der offenen. Ich hab ihren Hund bei mir in der Zeit in der sie in der Klinik ist.
Der Hund ist wundervoll, wirklich! Aber es ist so unglaublich anstrengend mit allen beiden Hunden.
Beide vollständig auszulasten kostet unglaublich viel Kraft und Anstrengend.
Ich versuche diese Freundin so oft als möglich zu besuchen. Das tut einerseits gut, ist andererseits aber manchmal auch wirklich schwierig. Ich hab etwas Angst davor sie noch weiter runter zu ziehen, weil ich doch selbst so negativ eingestellt bin.
Wir werden auch zusammen in eine WG ziehen. Sie kündigt ihre Wohnung, ich lasse meinen Mietvretrag auslaufen und in der Zeit suchen wir uns eben eine neue gemeinsame Wohnung.
Ich hab mir ja schon oft gewünscht mit einer Freundin eine WG zu gründen. Ich wollte nur nie wieder mit fremden Menschen zusammen wohnen.
Aber ganz ehrlich. Ich hab mega Schiss davor.
Ich hab Angst dann wieder fett zu werden, Angst davor das es mir doch zu viel Nähe ist, das sie anfängt mich zu hassen, das wir uns nur noch gegenseitig nerven und ohne Ende streiten. Und noch vieles mehr.
Auch wenn es nicht so klingt, freue ich mich wirklich darauf. Aber es ist eben so ein.....keine Ahnung. Ich habe einfach Angst vor der Veränderung. Furchtbare Angst. Eher schon Panik.
Es stresst mich so sehr. SO SEHR.

Das schlimmste ist, das ich sie in gewisser Weise sogar  etwas beneide.
Nein nicht ihre Lage. Auf keinen Fall. Ich hätte das, was sie alles erlebt hat nie und nimmer überlebt. Ich bewundere sie wirklich sehr. Sie ist so undenkbar stark.
Aber ich beneide sie um die Klinik, um die Medikamente.
Einfach darum, dass sie die Möglichkeit hat Bedarfsmedikation zu holen um ihren Kopf etwas zu erleichtern. Eine blöde Aktion und sie würde auf die Geschlossene kommen und zugedröhnt.
Genau das hätte ich auch gern. Jetzt.
Den ich kann nicht mehr aushalten. Es tut weh. Alles. So weh.
Ich betäube mich in letzter Zeit mit Nahrung. Schokolade, Süßkram in rauen Mengen jeden Abend.
Aber das hilft nicht mehr. Nichts hilft mehr.
Ich will mir die Arme aufschlitzen. Völlig zerschneiden. ich will Tabletten einwerfen und ich will mich betrinken. Genau das überlege ich schon den ganzen Abend, aber ich bin zu feig. Meine Sorge ist, dass ich morgen nicht fähig bin mit den Hunden zu gehen und danach zur Therapie.
Aber da will ich sowieso nicht hin. Meine Therapeutin hat mich extra diese Woche noch dazwischen geschoben, weil sie denkt es sei derzeit nötig. Zwei Wochen seien gerade ein zu langer Abstand. Und sie hat recht. Ich bin ihr dankbar für den Termin. Aber ich habe NICHTS von dem was wir abgemacht haben gemacht und dafür schäme ich mich.

Ich weiß wie pervers das ist, aber ich wünschte wirklich ich wäre krank genug um auch in die Klinik gehen zu können.
Wobei ich davor, jetzt wo ich weiß wie es dort ist, schon fast genauso viel Angst habe wie vor meinem Leben.

Warum darf ich den nicht endlich sterben?
Ich liebe diesen Planeten, jedes Blümchen und jeden Schmetterling. Ich freu mich über die bunten Farben und liebe die Gesänge der Vögel. Es gibt so viel Schönes, man muss nur die Augen öffnen. Und ich würde gerne noch mehr davon entdecken.
Aber nicht unter diesen Umständen und diesem Schmerz in mir.

Ich werde mich nun doch betrinken.
Und versuchen aufzuschreiben was ich meiner Therapeutin morgen erzähle. Bestenfalls bevor ich betrunken bin. Falls ich das überhaupt hinbekomme.
Wenn ja, folgen bestimmt noc mehrere Posts. Wenn nein, gute Nacht an alle.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen