Es sollte ein eigener Post folgen, aber ich war die letzten Tage nicht fähig auch nur ansatzweise etwas zu schreiben somit kommt nun etwas Verspätet das Thema vom 23.8.2017
Genau vor einem Jahr habe ich meine Katze gefunden. Zu jung um von der Mutter getrennt zu sein, krank, schmutzig, ausgetrocknet, hungrig und schreiend, saß sie ausgesetzt mitten auf einer Baustelle am Marktplatz der Stadt. Neben ihr wurde gebaggert, gebohrt, gebaut. Den Bauarbeitern war die Kleine egal. Den Passanten vermutlich auch.
Genaugenommen, hab auch gar nicht ich sie gefunden, sondern Kunden von dem Laden in dem ich an diesem Tag noch gearbeitet hatte. Sie kamen um Katzenfutter zu kaufen und ihr das hinzustellen. Als ich die ganze Geschichte erfahren habe, bin ich mit denen rüber und hab das Kätzchen geholt. Da ich in einem Zoofachladen arbeitete kaufte ich direkt eine Transportbox, Futterschüssel, Decke, Futter und stellte sie in unser Lager. Gab ihr zu trinken und zu essen und fuhr direkt nach Feierabend zum Nottierarzt. Der versorgte sie vorerst, und verrechnete mir nur das nötigste. Auf den Wochenendzuschlag verzichtete er, denn er meinte, er will nicht auch noch die Menschen bestrafen die helfen. Sehr freundlich.
Arbeitskollegen, Freunde etc, erfuhren natrülich davon und fragten ob ich sie behalten werde. Ich verneinte und meinte sie können sie haben sobald sie fit ist.
Das Thema war für mich erledigt, ich päppel das kleine Ding auf und dann bekommt sie jemand von denen die gefragt haben. Da kann ich miterleben wie sie aufwächst.
Als Malia fit genug war und ich bereit war sie abzugeben, wollte sie keiner mehr. Immer wieder das selbe Phänomen.
Oh süß, ein Baby-Tierchen, das will ich haben! Die Glücksgefühle beim betrachten der Tiere überwiegen, bis den Leuten plötzlich bewusst wird, dass das ja doch in Arbeit ausarten könnte. Die rosarote Brille verschwand und keiner war mehr bereit das immer noch sehr kleine Würmchen aufzunhemen.
Ja, ihr wisst vermutlich was geschehen ist. Malia schläft gerade, also ein Jahr später, eingerollt in eine Decke neben mir und meinem Hund. Sie ist geblieben.
Wie auch schon so viele andere Tiere vor ihr. Und wahrscheinlich auch noch einige nach ihr.
Ich habe Zeit in sie investiert. Ich habe viel Geld für sie ausgegeben, dass ich so dringend gebraucht hätte. Ich habe Dreck von ihr weggeputzt ohne Ende. Egal ob Durchfall von meinem Bett, die Überreste eines erbeuteten, toten Vogel den sie in der Wohnung verspeiste, etc. Ich habe ihr beigebracht auf die Menschentoilette zu gehen. Ich habe mich viel mit ihr beschäftigt. Ich war/bin wütend, weil mein Bett, dass kaum älter ist als sie, aussieht als käme es vom Sperrmüll, weil die Holzfensterrahmen der Wohnung komplett zerkratzt sind, weil ich mit dem Nachbar streiten muss weil sie immer und immer wieder in sein Gemüsebeet kackt.
Und ganz ehrlich? Ich bin es leid.
ICH BIN ES LEID!
Ich bin es leid, ständig die Fehler anderer Menschen auszubaden. Ich bin es leid, Tiere bei mir aufzunehmen, weil Menschen nicht fähig sind Verantwortung gegenüber anderen Lebewesen zu übernehmen. Ich bin es leid Tierbabys bei mir aufzunehmen, weil Menschen glauben sie müssten ihre Tiere nicht kastrieren, sie müssten sich keine Gedanken darüber machen was mit den Jungen geschieht. Ich bin es leid alte oder kranke Tiere bei mir aufzunhemen, weil Menschen sich nicht darüber bewusst sind, was es heißt sich mehrere Jahre um ein Tier zu kümmern.
Ich bin es leid Tiere bei mir aufzunehmen, weil sich deren Besitzer nicht genügend über Haltung, Geschlecht, Verhalten informiert haben und nicht mehr mit ihren "Lieblingen" klar kommen.
JA VERDAMMT ICH BIN ES LEID!
Trotz allem, bin ich um jede Seele froh die ich aufgenommen habe. Denn so viel Liebe, Dankbarkeit und Zuneigung wie mir jedes einzelne von diesen Tieren gegebn hat, bzw gibt, konnte mir bisher noch kein Mensch geben.
Ich bin wirklich wütend auf diese Menschen, aber ich bin dankbar für jedes einzelne Lebewesen dem ich ein Zuhause geben darf.
Ich kenne das Gefühl nicht erwünscht zu sein, dieses Gefühl, wenn man denkt, keiner mag einen, keiner will einen bei sich haben.
Und aus diesem Grund ist bei mir jedes nichtmenschliche (vermutlich auch jedes menschliche) Lebewesen zu jederzeit herzlichst willkommen. Ich werde keines wegschicken und schon gar nicht töten. Ich werde auch keines wie einen alten Teddy ins Tierheim abschieben.
Solange ich auch nur irgendwie die Möglichkeit habe, dem Tier eine möglichst artgerechte (artgerecht....tzzz...dass ich nicht lache, aber dazu vielleicht ein andermal) und angenehme Lebenszeit bei mir zu schenken ist es willkommen. Und wenn ich dem Tier das nicht bieten kann, werde ich eine Lösung finden.
Nun sind wir eben seit einem Jahr zu Sechst.
Meine 3 Rennmäuse, meine Keewah, meine Malia und ich. Wir alle mussten Abstriche machen, als Malia bei uns einzog. Somit gibt es eben nicht mehr die teuerste Einstreu für die Mäuse, sondern ein Gemisch aus billigeren. Es gibt eben nicht mehr so oft das teuerste Hundefutter und das teuerste Fleisch vom Metzger, sondern eben etwas durchschnittlicheres. Malia hat halt keine Katzentoilette mit der teuren, nach Babypuder riechenden Einstreu, sondern muss aufs Menschenklo gehen, wenn sie nicht draußen will. Und im Notfall gibt es eben nicht so gut duftendes Katzenstreu, wenn ich mal 2 Tage nicht dabin.
Und ich spare eben an allen Ecken und Enden für meine Kleinen.
Wir arrangieren uns. Wir leben nicht im Luxus, aber wir leben in Harmonie.Und das ist doch viel wichtiger.
Vor einem Jahr musste ich wieder den Fehler von verantwortungslosen Menschen ausbaden, und deswegen bin ich immer noch stinksauer. Aber es war einer der besten Fehler der mir passieren konnte.
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| Malia am Fundtag 23.08.2016 |
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| Malia jetzt, als ausgewachsene, wunderschöne Katze |
Ich liebe meine Katze. Ja, wirklich. Ich liebe sie von ganzem Herzen. Sie gehört einfach zu uns. Keewah war anfangs nicht begeistert und sehr eifersüchtig, mittlerweile spielen die beiden miteinander, schlafen nebeneinander, begrüßen sich wie zwei beste Freunde, wenn sie sich länger nicht gesehen haben. Natürlich zicken sie sich auch mal an. Wie zwei Schwestern eben.
Ich hoffe wir haben noch viele gemeinsame Jahre.
Aber ich hoffe auch, dass in den nächsten Jahren erstmal kein Findlkind mehr bei uns auftaucht, denn irgendwann ist auch bei uns kein Platz mehr und kein Geld mehr da um noch zu teilen.
Post ENDE
So und jetzt zum Rest.
Morgen heißt es wieder arbeiten. Und nicht nur das, ich muss morgen auch unbedingt nochmal meinen Chef wegen der Änderung des Arbeitsvertrags anreden. Und ich habe wahnsinnige Angst davor. Also wirklich unermesslich große Panik.
Da mein Trainer ja davon weiß, und vor allem auch weiß wie wichtig es für mich ist, und auch wie schwierig hat er mich mehr oder weniger dazu gezwungen.
Wenn ich morgen nicht mit dem Chef rede, redet mein Trainer kein einziges Wort mehr mit mir, bis auf die Kommandos beim Training. Wenn ich allerdings das Gespräch führe, dann lädt er mich nächste Woche zum Essen ein.
Natürlich ist das nicht die ideale Lösung, aber es ist der einzige Weg mich überhaupt dazu zu bringen das zu tun, also bin ich ihm sehr dankbar dafür.
Auch wenn mir das mit dem Essen gehen natürlich nicht besonders gefällt (aber vom Thema Essen weiß er nichts).
Die letzten Tage waren sehr, sehr schwer für mich. Und die nächsten Tage werden wahrscheinlich nicht viel besser.
Morgen arbeiten. Sonntag Kurs abhalten und danach noch am Juxturnier mit Keewah teilnehmen. Dienstag hab ich dann noch ein drittes Mal meine letzte Uniprüfung.
Demnach hab ich auch noch sehr viel zu lernen, aber kaum Zeit.
Ja, mehr möchte und kann ich auch gerade nicht sagen. Sollte sowieso endlich wieder lernen.
In diesem Sinne, alles Liebe an euch


Ich finde, du bist ein wirklich bemerkenswerte Person :)
AntwortenLöschenEs schade, dass andere ihre Haustiere einfach auf der Straße absetzen. Trotzdem finde ich es unglaublich toll von dir, dass du die Tiere bei dir aufnimmst. Manche können sich nicht mal um ein Tier kümmern, aber du kümmerst dich gleich um 5, das ist unglaublich. :)
Deine Katze ist übrigendes wirklich süß.
Hey,
AntwortenLöschenklar darfst du fragen. Es war ein Spontaneinfall, als mir das Wort selbst geläufig wurde. Hier die Erklärung von Wikipedia: "Als Hikikomori (jap. ひきこもり, 引き籠もり oder 引き篭り, „sich einschließen; gesellschaftlicher Rückzug“) werden in Japan Menschen bezeichnet, die sich freiwillig in ihrer Wohnung oder ihrem Zimmer einschließen und den Kontakt zur Gesellschaft auf ein Minimum reduzieren. Der Begriff bezieht sich sowohl auf das soziologische Phänomen als auch auf die Betroffenen selbst, bei denen die Merkmale sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können."
Ich will mich mit dem Namen nicht auf diese eine Diagnose von mir reduzieren (genauso wenig wie mit meinem Blogtitel), aber es anzunehmen und zu akzeptieren ist für mich ein (immer wieder neu zu erfüllendes) Ziel, dem ich damit entgegenkomme.
Darf ich auch fragen, weshalb du den Namen Steppenwölfin gewählt hast?
Das kann ich nachvollziehen. Ich hoffe, dass deine Wege dich letztendlich nur dorthin führen, wo du Unterstützung und Hilfe bekommst.
Ja, diese Angst.. kennt ein Teil von mir. Ich selbst habe auch schon Menschen verloren- an den Tod und an das Leben. Ich kann dir nur wünschen, dass du nie wieder einen so schlimmen Verlust erfahren musst und wenn, dass er dich dann nicht mehr allzu weit aus der Bahn wirft.
Ich wünsche dir viel Gelingen bei dem Gespräch mit deinem Vertrauensmenschen. Hoffentlich erfährst du bei ihm die Bestätigung, die du brauchst.
Du musst mir gar keine Antwort geben, weswegen jede Antwort, egal wie sie ausfällt, schon viel ist (:
Das verstehe ich. Kann es sein, dass deine Wohnung sogar quasi "der" sichere Ort ist, von dem so oft geredet wird?
Das klingt nach enormer Anstrengung. Ich meine, diese Zettel und die Angst, was irgendjemand von dir denken könnte.
Du erwähntest ja, dass du das Abnehmen nicht aufgeben kannst.. das schließt die Zettel mit ein? Oder kannst du dir vorstellen, etwas von diesen, ich sage jetzt mal "schädigenden" und hoffe, du verstehst es nicht falsch, Dingen zu reduzieren?
Diese Frage ist schwer zu beantworten, weil es mir hier eigentlich wichtig ist, nicht so viel Information preiszugeben, dass es mich irgendwie einschränkt. Vielleicht kommt das mit der Zeit, aber momentan ist es mir noch unangenehm.
Ich wohne nicht mehr bei meinen Eltern, man kann es also wohl als so etwas wie eine WG bezeichnen. Bloß, dass mir die beiden Menschen wohl näher stehen, als irgendjemand sonst; mit dem einen bin ich quasi aufgewachsen.
Zu deinem Post..
Es ist wundervoll von dir, Tiere aufzunehmen, obwohl es mit dem Geld so knapp bemessen ist- ihr Leben mit deinem gleichzusetzen. Ich finde, so sollte jeder handeln. Tiere geben einem so viel und zeigen mehr Dankbarkeit und Wertschätzung, als man von Menschen je erwarten kann. Wir nahmen auch vor ein paar Monaten erst einen Hund auf, der uns zugelaufen ist.
Jedes Mal, wenn ich in irgendeiner Weise mitbekomme, dass ein Welpe ein Zuhause gefunden hat, während die Tierheime von ausgesetzten Tieren nur so überquellen, frage ich mich, was in den Köpfen der Menschen vorgeht. Es ist wohl das Phänomen, das du ansprichst: Glückgefühle beim Anblick von Babys, ohne Verstand und Vernunft. Als wären erwachsene Tiere weniger wert, aber der Wert von Lebewesen tierischer Art wird ja immer noch zum Objekt degradiert. Dabei wären Tiere bessere Menschen.
Malia hat ein wundervolles Zuhause bei dir gefunden und du kannst wirklich stolz auf dich sein. Es gibt nicht viele, die so handeln würden.
Ich drücke dir die Daumen für das Gespräch mit deinem Chef. Vielleicht kannst du sogar das Essen ansatzweise genießen.. kannst du dir das für einen Tag erlauben?
Viel Kraft für die nächsten Tage. Ich hoffe, deine Tierchen können dir Trost spenden und dir durch solche Zeiten helfen.
Alles Liebe
Wow du bist eine wahnsinnig liebe Person! Du hast so ein großes Herz! Toll wie du das alles meistert! Wirklich! Du kannst sehr stolz auf dich sein das du trotzdem alles so gut hin bekommst mit den ganzen Tieren, dem Geld und Wohnung. Ich hoffe das Gespräch mit deinen Chef ist gut verlaufen. Alles Liebe <3 Hab ein schönes Wochenende! Ps. deine Katze ist wunderschön! Sie sieht zufrieden und gesund aus :)
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