Dienstag, 22. August 2017

Vertrauenspersonen und Eifersucht

Ich habe das Telefon abgehoben, die Tür geöffnet, einen fremden Mann in meine Wohnung gelassen der meine neue Herdplatte eingebaut hat und lebe immer noch.
Kaum zu glauben, aber war.
Nein, nicht weil ich dachte er wäre ein Mörder, sondern weil ich dachte ich würde für Panik einen Herzinfarkt erleiden. Aber nö, alles gut :)

So und nun endlich zu dem Thema, das mich schon seit Tagen beschäftigt.

Immer wieder tauchen in meinem Leben Menschen auf, denen ich blind vertraue. Menschen, die mir das Gefühl geben als könnte alles gut werden, als würden sie immer für mich dasein und mich nie mehr alleine lassen.
Ich habe mich immer wieder darauf eingelassen, mich auch in gewissem Maß einfach fallen lassen, weil ich wusste da ist jemand der mich auffängt, jemand der mich hält.
Und genau da fing das Problem an. Denn ich habe dabei immer und immer wieder vergessen, dass diese Menschen auch ein eigenes Leben, eine eigene Familie, Freunde etc haben.
Ich war eifersüchtig. Furchtbar eifersüchtig, dass dieser Mensch nicht allein für mich da war. Und das am besten 24/7.
Versteht mich nicht falsch. Mir war und ist sehr wohl bewusst, was all diese Menschen alles für mich getan haben und dafür war und bin ich unendlich dankbar. Aber tief im inneren hat mir das nie gereicht. Ich wollte diese Menschen für mich haben, am besten für mich allein, für immer.
Dabei ging es nicht um Liebe oder ähnliches, nein. Ganz egal ob es A. war die für mich wie eine große Schwester war, die dann spurlos verschwand. M. die für mich wie eine Mutter war, die sich aber auch um ihre eigene Tochter, die für mich wie meine kleine Schwester ist kümmern musste. S. und G., die ich am liebsten als meine Adoptiveltern gehabt hätte. M. die für mich wie eine Seelenverwandte war und auch spurlos verschwunden ist (ich weiß nicht mal ob sie noch lebt).
Ja und nun ist da wieder jemand.
Jemand zu dem ich ehrlich war. Dem ich mich ein Stück weit geöffnet habe. Dem ich mal wieder mehr oder weniger blind vertraue, obwohl ich das nicht will! Ich ermahne mich immer wieder, dass das nur schief gehen kann. Da ist auch wieder jemand auf den ich furchtbar eifersüchtig bin, weil ich IHN lieber für mich allein hätte, was natürlich ABSOLUTER BLÖDSINN ist.
Ich WEISS, dass das wirklich völiger Schwachsinn ist, aber trotzdem fühle ich es.
Ich versuche mich zurückzuhalten und auf Abstand zu bleiben. Es ist schwierig, aber funktioniert bisher ganz gut.
Trotzdem kann das auf Dauer nicht gut gehen, und ich habe Angst ihn wieder zu verlieren, wie alle anderen auch. Ich muss unbedingt aufhören zu klammern, aber weiß nicht wie.
Ich weiß nicht wie ich diese Gefühle von Eifersucht und dieses blinde Vertrauen und vor allem dieses Klammern loswerden kann.
Wenn jemand eine Idee hat, bitte immer her damit.

Übrigens gab es ähnliche Gründe warum ich meine letzte Therapie abgebrochen habe. Da ich auch da das Gefühl hatte, als hätte die Therapeutin keine Zeit mehr für mich, als wären die anderen wichtiger.

Mir sind diese Worte sehr unangenehm und peinlich, weil ich diese Gefühle wirklich gar nicht haben möchte, und auch sonst nicht egoistisch bin. Im Gegenteil. Aber trotzdem musste ich sie mal los werden, weil sie weh tun. Sehr weh tun.

1 Kommentar:

  1. Dankeschön (:
    Ich habe immer die Erfahrung gemacht, dass es viele gibt, die bei den Followern gar nicht angezeigt werden (wie mich), also nehme ich an, dass es da mehr gibt, als du annimmst (:

    Das klingt, als könnte dich von diesem Ziel nichts abbringen. Ich hoffe trotzdem, dass du auf dich aufpasst.

    Du hast in deinem Post ja einen der Gründe (?) genannt, warum du die Therapie abgebrochen hast und ich denke, es kann niemand auf dich einreden, solange du dich nicht bereit dazu fühlst. Trotzdem scheint mir dein Leidensdruck sehr groß zu sein.. wäre es vielleicht eine Möglichkeit, zu einem Psychiater zu gehen und mit diesem über diese Verlustängste zu reden, damit du dich auf eine richtige Therapie vorbereiten kannst?

    Dir müssen deine Worte ganz bestimmt nicht unangenehm oder peinlich sein. Du hast in deinem Leben anscheinend schon viele Menschen verloren und, wie ich lese, hast du dir auch Adoptiveltern gewünscht? So einen Wunsch gibt es bestimmt nicht ohne Grund und auch diese Angst/Eifersucht wird einen Grund haben. Ist es dir möglich, mit den betreffenden Personen zu sprechen und ihnen davon zu erzählen? Vielleicht können sie dir ein wenig deine Angst nehmen oder dich zumindest damit unterstützen?
    Du kannst für deine Gefühle nichts und auch sie haben ihre Berechtigung, egal wie unsinnig sie dir scheinen- du sagst ja selbst, dass sie DA sind, trotz allem und dir sehr weh tun.

    Zum Schluss.. darf ich fragen, warum es dich panisch macht, einen fremden Mann in deine Wohnung zu lassen? (aber freut mich, dass es geglückt ist und du das für dich als Erfolgserlebnis verbuchen kannst (: )

    Alles Liebe

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