... desto tiefer das Tief.
Oder auch:
Je höher der Aufstieg, desto tiefer der Fall.
Je weiter du oben bist, desto härter der Aufschlag.
Was für eine Woche.
Montags war ich abends noch im Training, bevor dann auch meine beste Freundin kam. Wir haben an dem Abend nicht mehr viel gemacht.
Am Dienstag haben wir erstmal etwas länger geschlafen, danach fuhren wir zu meiner Arbeitsstelle um paar Sachen einzukaufen. Da sie mit dem Auto da war, und die großen, schweren Sachen blöd zu transportieren sind mit den Öffis hab ich das gleich ausgenutzt. Danach haben wir uns eine Fleischkäse-Semmel gegönnt und ein B&J's.
Anschließend sind wir nach Hause und auch gleich nochmal in einen Lebensmittelladen um für den nächsten Tag einzukaufen.
Abends sind wir noch mit der Seilbahn auf eine Alm hochgefahren, hatten aber leider nur ein paar Minuten bis die letzte Bahn wieder runter fuhr. Danach ging es noch in eines der besten Burger-Restaurants der Stadt. Wieder zuhause tranken wir etwas Wein, quatschten, spielten "Stadt,Land,Fluss" und hatten es einfach schön bis 2 Uhr morgens.
Mittwoch kam dann Mittagss meine andere Freundin mit ihrem Hund. Gemeinsam genossen wir noch ein großes Frühstücksbrunch bis meine beste Freundin dann auch aufbrach. Die andere Freundin und ich gingen am Nachmittag stundenlang mit unseren Hunden spazieren. Wir haben sooooo viel geredet, das erste Mal seit wir uns vor mittlerweile fast 5 Jahren kennenlernten auch über sehr persönliche Themen. Ich habe so vieles über sie erfahren. Leider nicht nur schönes. Aber es bedeutet mir unglaublich viel, dass sie mir immer mehr anvertraut.
Ich denke, es gibt nichts schöneres als zu spüren, dass ein anderer Mensch jemanden in einem gefunden hat, dem er sich öffnen kann.
Es gibt noch viele Dinge die ich nicht über sie weiß, aber das macht nichts. Sollte sie irgendwann so weit sein, wird sie sich noch mehr öffnen und ich werde da sein um ihr zuzuhören. Ganz egal wann das sein wird, ob es nochmal 5 Jahre dauert oder vielleicht auch 10 oder nie sein wird. Das ist völlig okay!
Auch ich habe ihr ein paar Probleme von mir anvertraut, die meisten davon haben sie doch sehr überrascht. Ich glaube sie hat nicht damit gerechnet, dass ich viele meiner Probleme nach aussen hin so gut überspielen kann.
Gestern sind wir dann um 5 Uhr aufgestanden und um 6 Uhr haben wir bereits unsere Wanderung gestartet. Eine etwas abenteuerliche Wanderung, die aber gleichzeitig auch wunderschön war. Die Aussicht war leider einfach nur grau, denn es war so starker Nebel, dass man kaum mehr als 10m gesehen hat. Um kurz vor 9Uhr haben wir die Alm auf 1800m erreicht und lecker gefrühstückt. Wir mussten auch bald wieder aufbrechen, damit meine Freundin ihren Zug um 13 Uhr erwischte.
Den restlichen Tag habe ich verschlafen.
Heute morgen habe ich mich mit einer weiteren Freundin getroffen, um wie beinahe jede Woche mit den Hunden zu trainieren. Auch das war schön.
Nach dem Training, hat sie mich noch auf einen Kaffee und ein Brötchen eingeladen.
Aufgrund einer unbedachten Aussage meinerseits, kam sie blöderweise auf den Gedanken ich könnte Probleme mit dem Essen haben.....
Tja, was soll ich sagen. Blöd gelaufen.
Sie meinte auch, ihr wäre sehr wohl aufgefallen, dass ich in den letzten Wochen abgenommen habe wollte aber erstmal nichts sagen. Sie meinte auch, das wäre nicht mehr schön gewesen und zu dünn. Ich wäre ja eine Frau und bin auch sportlich. Es wäre schon gut, wenn ich etwas zunehmen würde.
sie hat tatsächlich auch von verzerrtem Wahrnehmungsbild gesprochen etc.
Das was mir an ihren Worten am meisten Angst macht, ist, dass sie wohl, aus welchen Gründen auch immer, zu wissen scheint wovon sie spricht. Was das ganze für mich etwas erschwert.
Ich kann's nicht gut erklären, aber wisst ihr was ich meine?
Natürlich weiß heutzutage fast jeder in einem gewissen Maß über Esstörungen, Magersucht etc. bescheid, aber nur ganz grob. Diese Leute kann man ganz gut abwimmeln, vom Gegenteil überzeugen, anlügen, etc.
Aber jemand der etwas mehr Wissen darüber hat, der durchschaut sowas halt ganz schnell.
Hmmm, schwierige Situation.
Entweder bin ich in letzter Zeit sehr unvorsichtig geworden, oder meine Masken beginnen langsam zu bröckeln. Denn in den letzten Wochen sind immer mehr Gespräche mit immer mehr Menschen in meinem Umkreis auf solche Themen hinausgelaufen.
Es wissen viel zu viele Menschen viel zu viel über mich.
Und es wird immer schwieriger den Schein zu wahren.
So viel dazu.
Nun zur Überschrift.
Sobald ich wieder alleine bin, wiegt die Einsamkeit so viel mehr als davor.
Es tut so weh plötzlich wieder alleine dazusitzen und zu wissen, dass es unwahrscheinlich ist innerhalb des nächsten Jahres wieder mal Besuch zu bekommen.
Es ist ganz schwierig für mich nun wieder alleine klar zu kommen. Jetzt wo dieses Gefühl von Freundschaft, sozialem Anschluss, Glücklichsein, Freude empfinden, das Gefühl von Leben noch so nah scheint, aber gleichzeitig auch wieder so ungreifbar fern ist.
Ich weiß nicht wie ich es schaffen soll das auszuhalten.
Dazu kommt, dass ich in der letzten Zeit wirklich sehr SEHR viel zugenommen habe.
Ich stehe wieder an der Grenze zur 50, dabei wollte ich doch bald an der Grenze zur 40 sein.
Es kommt mir vor als würde wirklich alles in die falsche Richtung laufen. Als würde ich mich immer noch mehr verlieren.
Die Angst vor Morgen ist auch sehr groß. Morgen werde ich das Gespräch mit meinem Chef haben wegen dem neuen Arbeitsvertrag.
Im Moment fühle ich mich aber, als würde ich vor einer meterhohen, unüberwindbaren Mauer stehen und je öfter ich Anlauf nehme und versuche sie zu überwinden, desto öfter knall ich mit dem Kopf dagegen und werde immer weiter zurückgeschleudert, während die Wand gleichzeitig immer höher wird.
Es scheint alles so aussichtslos.
Trotz allem, habe ich die letzten Tage wirklich sehr genossen.
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