Sorry für das Nicht-Beantworten der Kommentare, aber ich habe sie gelesen und mich sehr darüber gefreut.
Hamburg war wunderschön. Ich mag die Stadt.. Wir haben eine Hafenrundfahrt gemacht, was ich sehr genossen habe, waren am "Michl", im Miniaturwunderland, im Tierpark Hagenbeck und im Tropenaquarium. Und ich war das erste Mal in einem Hard-Rock Cafe. Aja im U-Boot und am Fischmarkt waren wir natürlich auch. Die 2,5 Tage haben wir also vollständig ausgenutzt. Es war wundervoll. Aber es war manchmal auch unglaublich schwer und überfordernd. ER (also mein Ex) hat mich super unterstützt und mir in vielen Situation geholfen (in Restaurants bezahlen, Essen bei Selbstbedienungen holen etc.)
Am letzten Abend hatten wir eine Diskussion weil ER meinte wir hätten doch noch eine Beziehung und er mich auch ständig küssen wollte und ich abgeblockt habe was ihm nicht gepasst hat.
Nach Hamburg habe ich mich sehr von ihm zurückgezogen. Wir fuhren eine Woche später gemeinsam auf ein Revolverheld-Konzert, zu dem er mich eingeladen hat. Am Weg dorthin haben wir nochmal darüber gesprochen und vereinbart uns länger nicht mehr zu sehen. Das Konzert war wundervoll, trotz der komischen Situation mit IHM dort zu sein. vor 1,5 Wochen hat ER dann wieder angefangen mir zu schreiben und wollte sich mit mir treffen. Ich hab abgeblockt und war dann Freitag bei IHM um ihm den Wohnungsschlüssel zurückzugeben und wollte eigentlich mein Zeug mitnehemen. Das war aber leider etwas zu viel zu tragen weshalb ich zugestimmt habe, dass er es mir bringt und wir dann eine Runde Spazieren gehen. In dem Moment fand ich das okay. Jetzt nicht mehr. ER meinte wir seien immer noch sehr gute Freunde und ich könne mich jederzeit bei ihm melden und er sei immer für mich da.
Nett, aber was ich davon halten soll weiß ich nicht.
Alles andere läuft nicht wirklich. Ich hab zugenommen seit Hamburg. Gut für meinen Körper, schlecht für mein Körpergefühl. Es tut mir leid, wenn ich ständig triggere, aber das ist der Ort an dem ich offen sein möchte. Das sollte mein sicherer Raum sein.
Ich bin wieder bei 48kg. Tendenz steigend. Fühlt sich an wie 84 oder mehr.
Je mehr ich versuche das wieder zu ändern, desto mehr fresse ich. Traurig aber wahr. Nein ich meinte nicht "esse" sondern wirklich "fresse", denn das sind auch für "normale" Menschen keine normalen Mengen und vor allem keine "normalen", ausgewogenen Mahlzeiten.
Sport mach ich kaum bis gar nicht mehr. Mit wenigen Ausnahmen von Wanderungen. Hab mit meiner kleinen Hündin unseren ersten 2000er bestiegen. War unglaublich. Eine Gämse, Alpensalamander, Murmeltiere und unzählige Eichhörnchen durften wir beobachten.
Mein heiß ersehnter "Steinbock in freier Wildniss" bleibt weiterhin ein Traum. Aber die Murmeltiere waren schon wieder ein besonderes Highlight. 3 Tage Muskelkater folgten.
Uni geht so gut wie gar nicht mehr. Ich hab zwar endlich meine Proben so gut wie fertig, aber nun stecke ich fest.
Arbeit ist zur Zeit wieder sehr schwierig. Ich verstehe mich mit den Kollegen super, aber ich mache so viele Fehler und setze mich dadurch selber so unter Druck alles richtig machen zu wollen, dass noch mehr schief geht. Unsicherheit steigt, Selbsthass steigt. Zweifel wachsen ins unermessliche.
Zu meinen 2 Freundinnen hier in der Umgebung hab ich kaum mehr Kontakt. Somit bin ich wieder ständig allein. Die Depression hält mich stark in ihren Händen und meine Wohnung sieht wieder katastrophal aus. Reinlassen kann ich seit kurz nach Hamburg wieder keinen mehr (da musste ich etwas aufräumen weil jemand die Tiere versorgen kam).
Meine Therapeutin meinte beim letzten Mal: "Es wäre gut, wenn ich mehr reden würde und sie nicht so genau hinspüren müsste und auf die aktuellen Themen nur durch Zufall stoßen würde. Ich sollte den Raum und die Zeit versuchen besser zu nutzen."
Theoretisch hab ich schon verstanden was und wie sie es meinte.
Praktisch hörte es sich für mich so an: "Sie verschwenden meine Zeit. Sie sind nicht einmal fähig zu reden. Da bietet man Hilfe an und sie sind zu blöd diese anzunehmen."
Morgen ist die nächste Sitzung und ich habe Angst. Ich hab die ganzen zwei Wochen versucht mich darauf vorzubereiten, mir zu überlegen was ich sagen soll. Mir Dinge notiert. Aber ich denke ich werde wieder "versagen". Einfach deshalb weil ich mir oft etwas zurecht lege und mir sehr wohl Gedanken mache was ich ansprechen möchte, aber sobald ich dort sitze und reden sollte ist alles in mir leer. da sind keine Gedanken mehr, keine Worte und auch sonst nichts. Morgen wird es genauso sein.
Aus Wut habe ich mir vorhin meine Haare abgeschnitten. zum Glück nicht ganz, nur ein paar Zentimeter. Weil ich so unglaublich wütend war, das sie so kaputt sind und ausfallen. Weil ich so wütend auf meinen Körper war. So verzweifelt. Weil ich mich so unglaublich häßlich finde und meinen Körper so sehr verabscheue. Viel besser fühle ich mich nun natürlich nicht. Denn besonders gut hab ich das nicht hinbekommen, aber macht nicht mehr viel unterschied. Viel häßlicher kann ich ja nicht mehr werden. Trotzdem peinlich in den nächsten Tagen so rumzulaufen.
Um noch auf eine Frage aus den Kommentaren einzugehen.
Wie es sich anfühlt ein Lebensversprechen zu geben.
Einerseits erleichternd, weil man nicht mehr ganz alleine damit ist, weil man versucht sich daran zu halten. Etwas daraus zu machen um die Person nicht zu enttäuschen.
Aber die meiste Zeit bereu ich es. Weil diese Sicherheit fehlt, diesen "Ausweg" jederzeit nutzen zu können. Weil ich mir gerade so sehr wünsche nicht mehr hier zu sein. Ich will nicht sterben wie noch vor einem Jahr, aber ich will gerade auch wirklich nicht mehr sein. Am liebsten würde ich dieses Versprechen zurück nehmen.
Vor allem deshalb, weil ich das Gefühl habe, wenn ich es tatsächlich machen würde, jemanden in die Verantwortung mit reinzuziehen. Nicht das ich denken würde es wäre die Verantwortung meiner Therapeutin. Nein. Aber ich hab Angst, jemand könnte sagen sie hätte es zu locker genommen, oder sie selbst könnte sich Vorwürfe machen. (wäre wahrscheinlich gar nicht so, aber mein Kopf spinnt sich da etwas zusammen)
Es macht mir auch etwas Angst dieses Thema so offen angesprochen zu haben. Da ich nun das Gefühl habe, sobald irgendetwas in diese Richtung deuten könnte würde nun viel mehr darauf geachtet und danach gehandelt als davor. Es fühlt sich an als wäre alles nun ernster.
Zwei Gefühle sind gerade sehr sehr präsent: Einsamkeit und Selbsthass/Verachtung
Und die tun weh. Sehr sogar.
Ich schreibe meiner Therapeutin oft Mails oder bringe Texte mit in die Stunde. Dann fällt es mir nicht ganz so schwer, zu reden und sie hat Anhaltspunkte. Vielleicht wäre das eine Option?
AntwortenLöschenFühl dich ganz lieb gedrückt, wenn es gerade passt. ❤