Donnerstag, 15. Juni 2017

Nachtrag

Ich bin wieder zurück. Zurück in meinem Chaos.
Wandern mit meinem Bruder war toll, ich hab irgendwann auch einfach meine Weste ausgezogen weil mir so heiß war. Drauf geschissen. Mein Bruder hat die Narben bestimmt gesehen, aber er hat zum Glück kein Wort gesagt und dafür bin ich ihm unheimlich dankbar.

Alles andere war....naja....nicht gut. Ich habe so viel gegessen, wie normalerweise in einer ganzen Woche nicht. Es war furchtbar. Ich habe eigentlich gar nochts anderes getan als fressen.
Hab mit meinen Eltern gestritten, wegen absolut sinnloser Sachen und keine Ahnung....es war einfach nicht gut.
Nächstes Wochenende muss ich schon wieder zu meinen Eltern fahren, denn da ist die Hochzeit von meinem anderen Bruder, was mich ürchterlich stresst. Aber ich versuche das einfach bis dahin zu verdrängen.
Denn erstmal muss ich die Woche rum kriegen. Der Arbeitstag, meine verdreckte Wohnung, die anstehenden Uni-Prüfungen und Vereinsprüfungen, Kurs halten, etc. überfordert mich schon wieder maßlos.

Tja, sogar daran zu denken macht mich fertig, also schieb ich das alles mal beiseite und tippe nun den Nachtrag von Montag noch schnell ab. Den Nachtrag von Dienstag werde ich morgen abtippen, denn ich bin doch ziemlich erledigt gerade. Und Kommentare werde ich dann auch endlich beantworten.

Also Nachtrag 12.06.17
Es ist erstaunlich wie sehr man neben sich stehen kann.
Da ich letzte Woche gar nicht im Training war, und auch diese Woche nur heute Zeit gehabt hätte, habe ich gestern Abend angefangen mir die Formenläufe für die nächste Gürtelprüfung mit Hilfe von YouTube beizubringen. Heute Nachmittag habe ich es auch nochmal wiederholt um gut vorbereitet zu sein fürs Training abends. Wie immer ging ich noch eine kleine Runde mit Keewah und packte dann meine Trainingsklamotten, zog mich um, tat mir die Kontaktlinsen rein und und ging zur Straßenbahn.
Alles gut.
Dachte ich.
Ein bisschen Überwindung hat es schon gekostet, aber ich habe mich wirklich auf das Training gefreut. Bis ich 4 Haltestellen bevor ich aussteigen musste nochmal mein Handy rausholte. Erst konnte ich es gar nicht glauben, also schaute ich noch auf die Uhr am Infoscreen der Bahn. Nach 5 weiteren  Kontrollblicken realisierte ich es dann. Ich war eine ganze Stunde zuspät dran. Ich habe keine Ahnung, wirklich KEINE, wie das passieren konnte.
Ich saß doch seit 11 Uhr Vormittag, als ich von der Uni gekommen bin nur da und hab darauf GEWARTET zum Training zu fahren. Also wie kann es sein, dass ich ohne es zu bemerken eine Stunde zu spät bin?
Was ist nur mit mir los?

Ich bin dann ausgestiegen, habe mir etwas zu Trinken geholt und bin irgendeine Gasse lang gelaufen. Schließlich habe ich mich auf eine Bank gesetzt auf der nun diese Worte niedergeschrieben werden.
Am liebsten wäre ich sofort mit der Bahn wieder zurück gefahren, aber das traute ich mich nicht, weil es der selbe Straßenbahnfahrer wäre und der sich ja seinen Teil denken würde, wenn ich einfach Mal über eine Stunde herum fahre und schlussendlich wieder zuhause aussteige.
Also hocke ich hier in der Stadt und warte eine knappe Stunde auf die nächste Bahn. Ich habe auch schon eine E-Mail an meinen Trainer verfasst, die ich ihm später schicken werde. (Inhalt stand ja schon im letzten Post) Ich hoffe er ist nicht böse =/
Meinem zweiten Trainer werde ich dann eine ähnliche WhatsApp schicken.
Einerseits bin ich etwas wütend auf mich, weil ich einfach sogar zu blöd bin, rechtzeitig loszufahren, andererseits bin ich aber viel mehr, einfach nur traurig und hilflos, weil ich es mir nicht erklären kann.
Wo war ich in dieser Zeit?
Wer war ich in dieser Zeit?
Wie kann es sein, dass ich so weit weg von hier bin?
Es macht mir ein bisschen Angst wenn ich ehrlich bin
Ich habe das Gefühl als könnte ich mich nicht mehr auf mich verlasssen, mir nicht mehr vertrauen. Aber wenn nicht auf mich, auf wen den dann?
Solche Situationen sind nicht ganz neu für mich. Vor ca. 3 Jahren gab es ähnliche "Vorfäle". Danach habe ich mir Hilfe geholt. Ich dachte nicht, dass es dazu nochmal kommen würde. Aber es scheint als wäre es beinahe wieder soweit.

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