Freitag, 9. Juni 2017

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Ich nehme mein Lieblingsbuch aus dem Regal, weil ich etwas brauche, wo ich mich verstanden fühle.
Ich schlage die erste Seite auf. Die weiße Seite direkt nach dem Buchdeckel. Und sehe eines meiner Gedichte. Ich kenne es noch. Wusste aber nicht, dass ich es da rein geschrieben habe.
Ich Blättere 2 Seiten weiter. Unter der Widmung des Buches von der Autorin stehen wieder Worte von mir. Mit Bleistift:

Jeden Tag.
Kämpfe ich.
Gegen mich.

Ich schaue nauf das Kissen neben mir. Sehe die Klinge an, die darauf liegt. Sie sieht sauber aus. Silber. Rein. Unschuldig.
Nicht wie die unzähligen Papiertücher von gestern und heute.

Ich versuche mir vorzustellen wie die Frau die heute auf meinen Arm gestarrt hat, den wohl gesehen hat. Was sie sich gedacht hat.
Mein Blick wandert weiter, über meinen Körper. Erst zu den Wunden von gestern an meinen Rippen, streift dann meinen Bauch der mir unendlich Fett vorkommt. In meinen Gedanken sehe ich schon den leicht blutigen Schriftzug "FAT" den ich mir in den nächsten paar Minuten darauf "malen" werde. Es geht weiter über die Narben auf meiner Hüfte, und in meiner Leistengegend zu den Narben und Wunden auf meinem linken Oberschenkel. Ich versuche die  blassen, alten Schriftzüge "FREEDOM", "FUNEREAL", "PEOPLE ALWAYS LEAVE" auf meinen Unterschenkeln auszumachen und bin erleichtert, dass man sie noch den Jahren doch noch etwas sehen kann. Mit meinem Zeigefinger fahre ich das "T" nach, dass als Strafe und Erinnerung an einen meiner größten Fehler entstand.
Am liebsten würde ich an meinem Arm "weiterarbeiten". Schon lange tat ich es nicht mehr auf meinen Armen, aber der Druck steigt immer mehr. Heute muss ich mich zusammenreißen, da ich meine Arme morgen beim Arbeiten nicht verstecken kann. Vielleicht kann ich es mir morgen Abend erlauben?
Als Ausgleich schlage ich mir mit der Faust immer wieder auf den Oberschenkel, bis ich sicher bin, dass ein blauer Fleck zurück bleiben wird. Hätte ich Zigaretten da, würde ich mir weitere Kreise auf die Haut "stempeln". Ich überlege welche kaufen zugehen, aber traue mich nicht mehr aus der Wohnung raus. Hätte ich Alkohol würde ich mich betrinken.
Als Notlösung beginne ich wieder auf mich einzuschlagen. Diesmal an meinen rechten Hüftknochen.

In guten 8 Stunden wird mein Wecker klingeln und das beschissene neue Wochenende anklopfen.
Die ganzen "Fridayayayay", "have a great weekend", etc. Posts auf Instagram schlagen mir wie jede Woche schon seit heute Morgen immer wieder mitten in die Fresse. Aber nur noch 2 mal, dann habe ich Urlaub. Ich MUSS diese zweimal noch schaffen.

Da ich heute bei der Kräuterwanderung wieder gemerkt habe, wie sozial inkompetent ich bin, habe ich beschlossen soetwas nicht mehr zu machen. Ich möchte mich in nächster Zeit wieder etwas mehr zurückziehen.

   
alles Oberflächlich, und ja ich weiß wie fett meine Oberschenkel sind

Sorry für die schlechte Qualität.

Jap, ekelhaft ich weiß.
Zur Strafe sitze ich nun auch in Unterhose da und muss frieren. Mehr Wunden kann ich mir zur Zeit nicht erlauben. Ich muss immerhin noch den Schein wahren. Arme brauche ich beim Arbeiten, meine Beine müssen bis zur Hochzeit von meinem Bruder in Ordnung bleiben, zumindest ab da wo das Kleid aufhört. Bisher habe ich beim Training das Oberteil in der Umkleide umgezogen und bin nur für die Hose auf's WC. Das wird sich nach dieser Woche nun auch ändern, wie ihr ja sehen könnt.
Ich elender Versager. Aber das ist es was ich verdiene.

Was ich mit meinem beschissenen Studium mache weiß ich nicht. Ich hab keine Kraft mehr dafür, aber so knapp vor Schluss aufgeben kommt auch nicht in Frage.

Ich werde mich nun meinem Buch widmen und versuchen mich abzulenken....ohne mich dabei zuverletzen. Dazu werde ich noch kalten Minztee von der vorhin gesammelten Minze trinken, um meinen Körper noch etwas mehr runterzukühlen. Ich habe mir mal vorgenommen, dass ich mir ab 22.00 Uhr erlaube wieder etwas anzuziehen oder mich zuzudecken.

Euch wünsche ich trotzdem ein schönes Wochenende. Genießt es. Ich hoffe ihr habt frei und könnt es für euch nutzen.
Alles Liebe an euch <3
Bleibt stark und kämpft. Tut es für euch. Denn ihr seit toll und ihr seit es wert!

4 Kommentare:

  1. :(
    Es tut mir so leid, dass es dir so schlecht geht.
    Ich schicke dir, wie jeden Samstag Kraft und denke an dich, während wir beide arbeiten sind. Halte durch!

    Und du kannst gerne beim Fasten mitmachen, aber pass auf dich auf...

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  2. Bleib du bitte auch stark ❤

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  3. bitte gib nicht auf. hast du vielleicht mal überlegt dich neu zu orientieren? wenn dich dieses leben so krank macht, dann ist es vielleicht notwendig mal aus dem auszubrechen. siche zu erden und alles wieder klar betrachten zu können anstattt einfach mitzuspielen und vorzuspielen, dass es laufen würde. du bist keine kreatur, die funktionieren soll. du bist ein mensch der ein richtiges leben verdient <3

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